Fragen zur Homöopathie


Homöopathie, Gesundheitsförderung, Therapie, Hahnemann, Anamnese
Gesundheitsförderung durch Homöopathie
  • Wie kann ich mir eine homöopathische Therapie vorstellen?
  • Wie wirkt klassische Homöopathie?
  • Warum kann ich mich nicht einfach selbst behandeln?
  • Wie finde ich einen für mich guten Therapeuten?

 


Wie kann ich mir eine homöopathische Therapie vorstellen?


Terminvereinbarung zum Erstgespräch

  • Zeit mitbringen, ein Erstgespräch dauert bei Anwendung der Reinen Klassischen Homöopathie nach Hahnemann in der Regel ein bis zwei Stunden, manchamal sogar länger -                       evtl. Befunde/Medikamentenplan mitbringen

 

Erstanamnese

  • Patient und Therapeut erarbeiten gemeinsam  die Befindlichkeiten, Gewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen, Familienzusammenhänge etc. Der Therapeut muss sich ein umfassendes Bild von Patienten machen können.


  Anamnese bewerten - Mittelfindung

  • alle Symptome werden bewertet und kategorisiert
  • die Zahl der in Frage kommenden Mittel  wird eingekreist
  • genaueste Auswertung der in Frage kommenden Mittel: dies bedeutet für den Homöopathen eine unheimliche Lesearbeit, da alle Mittel der engeren Wahl nochmals bzgl. des Patienten anhand ausgewählter homöopathischer Literatur überprüft werden.
  • evtl. telefonische Rückfragen des Homöopathen an den Patienten :
    •  um verschiedene Aussagen der Erstanamnese noch genauer differenzieren zu können
  • um evtl. noch nicht besprochene Themen mit den in Frage kommenden homöopathischen Mitteln abzugleichen


Ermitteln des Konstitutionsmittels (KM)

  • Konstitutionsmittel = homöopathisches Mittel, dass individuell auf den Patienten abgestimmt ist - bei akuten und chronischen Erkrankungen einsetzbar
  • Hier sei darauf hingewiesen, dass mit fortgeschrittener Pathologie es immer schwieriger wird, das homöopathische KM direkt beim ersten Mal zu finden. Diese erste oder auch zweite Verschreibung bringt aber meist Symptome hervor, die den Weg zum wahren Mittel aufzeigen!
  • Dieses KM sollte dem Patienten in vielen Eigenschaften ähnlich sein (Erklärung weiter oben): Charakter, Vorlieben, Abneigungen etc.
  • Wenn Patient und KM sich sehr ähnlich sind, kann es bei chronischen Beschwerden (z. B. Allergien, Ängsten etc.) und bei akuten Beschwerden (z. B. Husten, Schnupfen, Fieber, Entzündungen) eingesetzt werden. 
  • Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl der Potenz des KM. Hier muss genau differenziert werden: Wo steht der Patient? Wie weit ist seine Patologie fortgeschritten? - Ein gut gewähltes Mittel in der falschen Potenz kann keine durchgreifenden Erfolge erzielen!

  Verschreibung des KM

  • nach Ermittlung des KM in passender Potenz nach gewissenhafter Recherche, wird der Patient über sein individuelles Mittel informiert. Gleichzeitig wird Einnahmeart- und dauer bekannt gegeben. Auch die Lagerung des Medikamentes bzw. Dinge, die in der ersten Einnahmezeit beachtet bzw. gemieden werden sollen werden mitgeteilt. Alle Faktoren die das Mittel in der ersten Wirkung stören könnten, werden kommuniziert, damit sich die Wirkung  vollends entfalten kann.

 

Informationsgespräch bzgl. des KM

  • Nach Bekanntgabe des KM wird der Patient nochmals einbestellt, um in einem Gespräch verschiedene Zusammenhänge transparenter zu machen:        
    • Warum gerade dieses Mittel bei mir?
    • Wo liegt die Ähnlichkeit zwischen mir und diesem Mittel?
    • Wo liegen meine Stärken/Schwächen und wie kann ich besser damit umgehen?
    • Was kann das KM in meinem Fall an den vorliegenden Symptomen verändern?
  • Diese Informationen sind für den Patienten enorm wichtig um sich direkt von Anfang an besser mit dem Mittel bewegen zu können.


Folgeanamnese nach sechs Wochen (Follow-up)

  • Nach sechs Wochen Einnahme wird besprochen, wie das Mittel bisher gewirkt hat und wie sich die weitere Vorgehensweise gestaltet.
  • Dieser Termin ist sehr wichtig, da der Patient kleinste Veränderungen oft nicht wahrnimmt und sagt: " Es hat sich nichts verändert!" Der Homöopath kann jedoch aufgrund seiner sehr detaillierten Aufzeichnungen der Erstanamnese auch kleinste Befindlichkeitsveränderungen aufspüren und erkennen, ob die Heilung voranschreitet.

 



 Wie wirkt klassische Homöopathie?


Die klassische Homöopathie versucht auf sanfte Art die Selbstheilungskräfte des Organismus zu aktivieren. Es handelt sich um eine ganzheitliche und nachhaltige Therapieform.

 

Hierfür werden meist Substanzen auf dem Pflanzen- und Tierreich, Mineralien aber auch menschliche Krankheitsprodukte (Nosoden) verwendet. Diese werden zunächst durch Verreiben aufgeschlossen um sie dann durch schrittweises Verschütteln in die verschiedenen Potenzen (Stärken) zu bringen. Durch dieses Verreiben/Verschütteln werden, durch einen noch nicht vollständig geklärten biophysikalischen Vorgang, Informationen der Ursubstanz auf das homöopathische Mittel übertragen.

 

Ein kompetenter Therapeut wählt  für seinen Patienten ein ganz individuelles homöopathisches Mittel, das in vielerlei Hinsicht zum Leiden des Patienten aber auch auf seine charakterologischen Merkmale passt (= Konstitutionsmittel KM). Nur wenn die Ursubstanz des homöopathischen Mittels in ihrer Beschreibung mit Charakterzügen und Handlungsweisen  des kranken Menschen ungefähr übereinstimmen (sich ähnlich sind), kann das Mittel mit diesem Organismus in Resonanz treten. 

Durch die beschriebene Ähnlichkeit, besteht auch eine ähnliche Schwingung bei beiden. So kann das homöopathische Mittel einen Reiz auf den Patienten ausüben, den dieser Mensch entsprechend beantworten kann, d.h. der Körper antwortet mit einer entsprechenden Gegenregulation, der ihn nun in eine gesündere Balance bringt.

 

Hierbei wird die Ganzheitlichkeit dieser Therapie ersichtlich: es werden nicht nur körperliche Beschwerden von diesem KM in Bewegung gebracht, auch die geistig/emotionalen Bereiche des Patienten werden angestoßen. So können z. B. auch scheinbar nicht lösbare Probleme des Patienten angegangen werden:  der Reiz des Mittels und die zusätzliche Aufklärung des Patienten durch den klassischen Homöopathen bewirken eine neue Sichtweise auf verschiedene Situationen. Durch diese veränderten Sichtweisen können andere Wege gefunden werden um scheinbar unüberwindbare Hürden zu meistern. Dadurch wird auch die ressourcenorientierte Arbeitsweise der klassischen Homöopathie sichtbar.



Warum kann ich mich nicht einfach selbst behandeln?


Es gibt mittlerweile einen unüberschaubaren Berg an Literatur bezüglich Homöopathie. Vieles sind Ratgeber, die schnell und unkompliziert angeben, was man bei welchem Beschwerdebild einnehmen soll. Auch speziell für Kinder gibt es viele Homöopathie Handbücher zu kaufen. Hier werden immer wieder Erkältungskrankheiten von Kindern beschrieben und wie man sie durch die Globuli schnell abwenden kann.

·        Auch ist nicht zu bestreiten, dass damit Erfolge erzielt werden können. Praktisch jeder, der die Homöopathie schon einmal "ausprobiert" hat, kann über Erfolge berichten.

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·        Der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, hatte in seinen Anfängen genauso begonnen. Er gab für die verschiedenen akuten Krankheiten verschiedene homöopathische Mittel und so konnte er erste Erfolge erzielen.

·        Aber bald merkte er, dass er mit dieser Vorgehensweise zwar bei akuten Krankheiten kurzfristig helfen konnte, er aber den gesundheitlichen Zustand des Patienten nicht nachhaltig stabilisieren konnte. Dem Kranken ging es nach der Mittelgabe zwar zunächst besser, aber er war nicht in der Lage damit etwas an der Konstitution des Patienten zu verändern, d.h. er konnte die Lebenskraft dieses Menschen nicht nachhaltig stärken, also seinen generellen Gesundheitszustand nicht verbessern.

Bei sensiblen Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen musste er meist mit Nebenwirkungen rechnen! Bei chronisch Erkrankten konnte er mit seinen akuten Mitteln nur sehr wenig ausrichten! (Siehe auch Hahnemanns Werk "Die chronischen Krankheiten")

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·        So forschte er und veränderte seine Vorgehensweise stets nach seinen neusten Erkenntnissen. Hierbei gingen mehrere Jahrzehnte ins Land - bis er schließlich herausfand, dass, wenn man nur EIN Mittel verabreicht, dieses aber ganz genau auf den Patienten abstimmt, man in der Lage ist, akute und chronische Krankheiten mit EINEM Mittel zu behandeln. 

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·        Hahnemann schrieb sein Buch  in der er die homöopathische Vorgehensweise genau erklärt (das "Organon der rationellen Heilkunde") im Laufe seines Lebens sechsmal (!) um! Zuletzt noch kurz vor seinem Tode. Erst in der letzten Ausgabe rät er zur Ein-Mittel-Gabe. 




Wie finde ich einen für mich guten Therapeuten?


Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, Ihre Beschwerden jetzt doch einmal homöopathisch behandeln zu lassen, sollten Sie sich im Klaren sein, dass es, wie in jeder Branche, gewaltige Qualitätsunterschiede gibt:

  • Es sollte möglichst ein "klassisch" arbeitender Homöopath/Homöopathin sein. Nur klassische Homöopathen/Homöopathinnen arbeiten sehr dicht an der Behandlungsmethode des Begründers der Homöopathie, Samuel Hahnemann. Seinem Lebenswerk, dem "Organon der rationellen Heilkunde", haben wir es zu verdanken, dass wir auch heute in der Lage sind, uns genau an die Vorgaben des Begründers der Homöopathie zu halten.
  • Es gibt sehr viele Strömungen bzgl. der Therapie. Homöopathen, die mit vielen Mitteln gleichzeitig oder direkt hintereinander arbeiten oder gar mit zusammengemixten Mitteln genannt "Komplexmittel". Dabei ist kein nachhaltiger Erfolg zu erwarten.
  • Man sollte die Ausbildung des Homöopathen/Homöopathin seiner Wahl hinterfragen: im Zuge des Internets kann man hier bereits vor dem Fixen eines Termines eruieren, welche homöopathische Ausbildung durchlaufen wurde, bzw. wie viele Stunden angeleitetes Studium/Eigenstudium im Fach Homöopathie absolviert wurden. (500 Stunden angeleitetes Studium sind absolutes Minimum!) Ich habe nach 2000 Std. aufgehört zu zählen...
  • Wenn Sie sich rein homöopathisch behandeln lassen wollen, wäre die Wahl eines klassischen Homöopathen/Homöopathin günstig, der/die "nur" die klassische Homöopathie als Therapieform anbietet. - Homöopathie ist eine Philosophie. Um diese im vollen Umfang nachvollziehen zu können, bedarf es eines enormen Zeitaufwandes! Bei der Anwendung vieler Therapieformen bleibt dieser spezielle Lernprozess seitens des Behandlers leider oft auf der Strecke!
  • Wichtig wäre es, dass der Therapeut immer nur EIN Mittel zum Einsatz bringt und nicht mehrere auf einmal, nach dem Motto: eines wird schon das Richtige sein! Hier liegt das Problem bei den zu vielen falschen Mitteln, die in den Körper gelangen. Sie verkomplizieren den Fall unnötig und vernebeln die Symptomatik des Patienten, da auch die nicht korrekten Mitteln einen Reiz im Körper setzten.
  • Last but not least ist es auch wichtig, dass die Chemie zwischen Patient und Behandler stimmt. Wenn beide die gleiche Wellenlänge haben, gehen sie miteinander in Resonanz und so entsteht ein Therapeut-Patienten-Verhältnis auf dessen Basis aufgebaut werden kann. Wenn man mit seinem Therapeuten "nicht kann" sollte man rechtzeitig wechseln, denn nur so spart man eine Menge Ärger, Zeit und Geld.